MVD OMON – Das Milizkommando für besondere Zwecke
Was ist der unterschied zwischen einem normalen Milizbeamten und einem aus OMON? Wo der normale Milizbeamte erstmal überlegt, ob er auf einen Kampf eingeht oder nicht, schlägt ein OMON-Mann zuerst zu. Wenn Festhahme befohlen wird führt ein OMONler den Befehl um jeden Preis aus, selbst wenn es sein Leben kostet.
In 1980 sollte in Moskau die Olympiade durchgeführt werden und es durfte unter keinen Umständen eine Tragödie werden wie die Olympischen Spiele 1972 in München. Deswegen wurde 1979 OMON gegründet. Zuerst in ganz schwarz gekleidet, mitschwarzen Baretten und mit Gummiknüppeln – damals in UdSSR eine Neuheit – haben sie Demonstrationen aufgelöst, bei Konzerten und Sportereignissen die gewalttätigen Fans befriedet, ernteten somit allerdings auch einen ziemlich schlechten Ruf bei der Bevölkerung. Die Tatsache dass sie auch die aufständischen Bewohner der Sowjetrepubliken nicht gerade zimperlich behandelt haben, hat ihrem Ruf auch nicht gerade geholfen. Nach dem Zusammenbruch von UdSSR und dem darauf folgenden starken Anstieg der Kriminalität konzentrierte sich OMON immer mehr auf Zugriff von schwerbewaffneten Banden. Als sich das ganze immer mehr zu einem regelrechten Krieg auf den Strassen entwickelte, war OMON so wichtig wie noch nie. Denn die Männer des OMON waren im Nahkampf und Waffeneinsatz hervorragend ausgebildet, gut ausgerüstet und gnadenlos.
Auch OMONler sind nur Menschen
Junge Männer (bis zum 30ten Lebensjahr), die sich bei OMON bewerben und ihre 2 Jahre Militärdienst bereits absolviert haben werden medizinisch getestet, psychologische Tests und Reaktiontests stehen auch auf dem Programm. Danach kommt ein Konditionstest – 10km Lauf mit voller Ausrüstung, dann 50 Klimmzüge, 20 Liegestütze…. Danach kommen 4 Monate Training. Waffenloser Kampf wird genauso gelehrt wie Gebäudesturm unter schwerem Beschuss. Am Ende der Ausbildung kommt der bei praktisch allen russischen Spezialeinheiten verwendete Test: der Anwärter muss im Ring in einem brutalen Kampf gegen 3 Gegner, voll ausgebildete OMONler, gleichzeitig bestehen. Die Ausbildung bei OMON ist gnadenlos und nur 20% der Bewerber schaffen sie aber die, die bestehen werden somit praktisch zu dem starken Arm des Innenministeriums.
Die Nahkampfausbildung bei OMON
Sehr viele OMONler wurden in Tschetschenien vielerorts zum Schutz der Zivilbevölkerung eingesetzt, die Verluste waren sehr hoch, da OMON überall eingesetzt wurde wo es brenzlig war. Der OMON in Tschetschenien kam aus vielen verschiedenen Teilen Russlands – jeder Teil hat den eigenen OMON.
OMONler tragen heute Tarnfarben und nicht mehr den schwarzen Anzug aus den Zeiten ihrer Gründung, die schwarzen Baretten sind jedoch erhalten geblieben. Bewaffnet sind sie teilweise mit dem modernsten, was Russland an Waffen zu bieten hat – AK-74 Sturmgewehre mit GP-25 Granatgeräten gehören genauso zu ihrer Ausrüstung wie Bison und Kedr Maschinenpistolen, 9a-91 und AKSU Sturmgewehre, Maschinengewehre vom Typ PKM, SVD Scharfschützengewehre, aber auch Hubschrauber und Schützenpanzer. Trotz einer derartigen militärischen Bewaffnung und Ausbildung sind ihre Ausrüstung und ihre Methoden eher zum Hüten der Ordnung sowohl auf der lokalen als auch auf der Föderationsebene ausgelegt und so ist auch ihre Vorgehensweise bei weitem nicht so tödlich wie die Vorgehensweise von ihrer Schwesterorganisation SOBR oder “Kretschet” – der Spezialeinheit des Justizministeriums.
Ein OMON Scharfschütze feuert aus der Deckung hinter einer BTR Luke aus einem SVD