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GRU Speznas – die Spezialkräfte des militärischen Geheimdienstes

Mai11
2011
Kommentieren Geschrieben von admin

Wenn man Speznas sagt, meint man eigentlich genau diesen. Obwohl das Wort “Speznas” lediglich “Sondereinheit” bedeutet, versteht man eigentlich die Spezialeinheiten des GRU darunter. Der GRU Speznas – der Nachfolger von Partisanen und NKWD Truppen vom zweiten Weltkrieg hat sich seit seiner Gründung in unzähligen Einsätzen bewährt und ist in der ganzen Welt zu einer Legende geworden.

Nach dem zweiten Weltkrieg fing der kalte Krieg an, bei dem jede Seite über Massenvernichtungswaffen verfügte, Waffen, die nicht nur einen Krieg komplett umentscheiden könnten, sondern auch die ganze Erde entvölkern könnten. USA hat ziemlich schnell gesehen, dass der potenzielle Krieg gegen die Sowjetunion mit konventionellen Waffen nicht zu gewinnen war und entschied sich ziemlich schnell im Falle eines Krieges Massenvernichtungswaffen einzusetzen. Die sowjetische Führung merkte schnell, dass ein Krieg mit Massenvernichtungswaffen mehr Schaden als Nutzen hätte, und baute die konventionelle Bewaffnung weiter aus. Gegen die Bedrohung mit Massenvernichtungswaffen und vor allem mit mobilen Nuklearwaffen musste jedoch etwas unternommen werden.

Im November 1950 wurde Speznas gegründet. Die Mitglieder wurden aus den Reihen des militärischen Geheimdienstes rekrutiert, die meisten von ihnen waren Veteranen, die bereits mehrere Kriege mitgemacht haben. Bei der Ausbildung wurde die Erfahrung der sowjetischen Partisanen, Aufklärer und Saboteure verwendet. Ihre Aufgabe war die Befehlszentralen und die mobilen Launcher der taktischen Nuklearwaffen des Gegners aufzuklären und gegebenenfalls zu eliminieren, damit der Gegner seine Massenvernichtungswaffen nicht einsetzen konnte.

Nach einem langen hin und her und mehrfachem Reduzieren der Stärke des Speznas hat man gegen 1970 eine spezielle Schule für Speznasoffiziere gegründet. Geschult wurden unter anderem auch die Sprachen des möglichen Feindes. Zu dieser Zeit fing man auch verstärkt an, aus den Soldaten der südlicheren Sowjetrepubliken zu rekrutieren, die Tadschiken (welche die gleiche Sprache wie die afghanische Bevölkerung sprechen) und die Aserbaidschaner (deren Sprache dem Türkischen ähnelt).

Am 2 Mai 1979 wurde beschlossen eine Speznaseinheit zu gründen, der fast ausschliesslich aus Usbeken, Turkmenen und Tadschiken bestand, insgesamt 520 Soldaten. Sie hatten BMP-1, BTR-60 und Shilka zu verfügung, ebenso die neusten waffentechnischen Entwicklungen wie der Maschinengranatenwerfer AGS-17, der tragbare Flammenwerfer Rys’ usw. Die Einheit bekam den Spitznamen “der moslemische Batallion”. Jeder Soldat bekam die Uniform der afghanischen Armee und afghanische Ausweise.

Diese Einheit stürmte zusammen mit der Gruppe A (Alfa), der Spezialeinheit des KGB erfolgreich unter schwerem Beschuss den Palast von Amin. Der Einsatz verlief jedoch nicht wie geplant, Amin hat anstatt sich zu ergeben gekämpft und wurde in der Schiesserei getötet.

Nach diesem Einsatz gründete man weitere Einheiten des Speznas, die allerdings erstmal fast ausschliesslich Garnosondienst gemacht haben. In 1984 jedoch hat das Oberkommando beschlossen, die Tätigkeiten von Speznas in Afghanistan auszuweiten, nicht zuletzt wegen aktiven Hilfe, die die Modschaheddin von Iran, Pakistan und USA bekamen. Die vielen erfolgreichen Einsätze von Speznas bestätigten die Richtigkeit der Entscheidung – Wasatitschig-Naj, Tschinartu, Hadigar und andere Gebiete waren vollständig von den Modschaheddin befreit. Sie waren auch die letzten die sich aus Afghanistan zurückzogen, während sie die regulären sowjetischen Streitkräfte beim Rückzug deckten. Aus Gründen der Geheimhaltung fungierten sie offiziell als weitere Batallione von motorisierten Schützen. Der Westen wusste bis zu den 80ern nichts vom Speznas bis ein Überläufer, ein KGB Offizier, von ihnen berichtete. Die NATO – Generäle fielen in Panik und man sah überall “rote Agenten”.

Nach dem Zusammenbruch des UdSSR mehrten sich bewaffnete Konflikte auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetrepubliken. Auch dort war Speznas tätig – in Baku, Nordosetien, Bergkarabach, Inguschetien und nicht zuletzt Tschetschenien. Diese Zeit war ein Tief für Speznas – es fehlte an Ausrüstung, an Vorbereitung, viele Einheiten wurden an die jetzt unabhängigen Republiken abgegeben, mussten so teilweise gegen ihre früheren Kollegen kämpfen. In dem ersten tschetschenischen Krieg wurde Speznas oft zu Aufklärungszwecken verwendet und als normale Infanterie verheizt. Speznas kämpfte zwar gut, die Verluste waren aufgrund dieser idiotischen Anwendung sehr hoch. Der Sturm von Grosnyj 1995 war ein einziger Fleischwolf und es ist zu einem grossen Teil Speznas zu verdanken dass der Sturm nicht ein absoluter Desaster war. Zu dieser Zeit waren die Speznas Soldaten gutbezahlte Profis, viele von ihnen Zeitsoldaten, oft studiert oder mit einer technischen Ausbildung. Die Ausrüstung besserte sich langsam.

Nach dem ersten tschetschenischen Krieg bezahlte man jedoch nicht mehr so gut. Viele erfahrene Veteranen kündigten und wurden durch Wehrpflichtige ersetzt. Die Ausbildung wurde jedoch härter und umfassender. In dem zweiten tschetschenischen Krieg konnte Speznas endlich seine eigentliche Taktik des Fallenstellens und der schnellen Überfälle verwenden und operierte weitgehend unabhängig und mit grossem Erfolg. Nach den Einschätzungen der Veterane der Tschetschenischen Kriege, insbesondere der Mitglieder der Gruppe A (Alfa) und V(Vympel) kämpfte in Tschetschenien niemand besser als Speznas des GRU. Auch der russische Präsident Wladimir Putin ist dieser Meinung.

Die Tragödie von Kisljar – Perwomajskoje

Am 9. Januar 1996 rücken in Kisljar (Dagestan) 9 Busse voller Rebellen (etwa 300), angeführt von Salman Raduew, ausserdem 2 Lastwagen voller Waffen ein. Nachdem sie die örtliche Helikopterbasis und mehrere Häuser zerstörten, nahmen sie an die 3000 Geiseln und drohten die Statt in Schutt und Asche zu legen. Nach einer langen Verhandlung liess er einen Teil der Geiseln durch 8 dagestanische Abgeordnete austauschen. Am frühen Morgen des 10. Januar ziehen 9 Busse und 2 Laster mit insgesamt 100 Geiseln und 2 toten Rebellen richtung teschetschenische Grenze und versprechen in dem Dorf Perwomajskoje die Geiseln freizulassen wenn ihnen die russische und die dagestanische Regierung freien Abzug garantieren. Um etwa 8 Uhr morgens fährt die Kolonne durch Perwomajskoje und nähert sich der Grenze. Mehrere Mitglieder des Nowosibirsk-OMON, die in dem Blockposten im Westen des Dorfes das Ort beschützen bekommen den Befehl die Kolonne passieren zu lassen und nicht feuern, egal was passiert.

Weder Raduew noch die russische Regierung wollten sich an ihre Versprechungen halten. Raduew wollte die Geiseln nicht freilassen, die russische Regierung wollte Raduew nicht passieren lassen und hatte vor, Raduew nach der Freilassung der Geiseln mit 2 Erdkampfflugzeugen vom Typ Su-25 zu stoppen. Danach sollten mehrere Mi-24 Kampfhubschrauber die Busse zerstören und die flüchtenden Rebellen sollten 2 Rotten der 7ten Luftsturmtruppendivision stoppen, tot oder lebendig.

Der Plan schlug aber schon am Anfang fehl – Raduew hatte mitnichten vor, die Geiseln freizulassen, besonders nicht, nachdem er die Kampfflugzeuge gesehen hat. Er meldete, dass er die Geiseln erst später freilässt, nachdem er über die tschetschenische Grenze kommt. Der russische Kommandostab war in Panik – es wurde bereits ein Bericht nach Moskau geschickt, dass das Problem in 2 Stunden gelöst sein wird. Der Folge dieser Panik war dass die Kampfhubschrauber die Kolonne angriffen, ohne auf die Flugzeuge zu warten. Die Rebellen rannten aus den Bussen und überfielen den Blockposten mit den vollkommen ahnungslosen OMONlern, denen ja befohlen wurde, auf keinen Fall zu schiessen. Durch diesen Überfall kamen die Tschetschenen an zwei gepanzerte Mannschaftstransporter und eine stattliche Menge Waffen, ausserdem bekamen sie einen Funkgerät. Als kurz darauf die Luftsturmtruppen trotzdem abgesetzt wurden, auf ein freies Feld, in 50 Meter Entfernung von den verschanzten Terroristen, hat sie nur die Tatsache gerettet, dass die Tschetschenen über eine derartige Dummheit zu erstaunt waren um sofort zu feuern.

Nachdem die Rebellen in das Dorf eingerückt sind, verschanzten sie sich und bauten Befestigungen, missbrauchten dabei die Geiseln als Arbeitssklaven. Am 14 Januar stürmten die russichen Streitkräfte das Dorf mit den verschanzten Terroristen. Der Sturm dauerte 4 Tage. Am Anfang des Sturms hat eine Abteilung der 173. Gruppe des Speznas die Hauptstreitmacht der Rebellen auf sich lenkt um sie von den anderen Angreifern abzulenken. In der Endphase haben die 45 Mann der Abteilung die 190 Terroristen, die durchgebrochen sind angegriffen und 85 von ihnen getötet. Fünf der Offiziere der Abteilung bekamen für ihre Handlungen die Auszeichnung “Held von Russland”, einer von ihnen posthum. Salman Raduew wurde am 25. Dezember 2001 zu lebenslanger Haft verurteilt und starb am 14. Dezember 2002 im Straflager.

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