Schon in dem Logo der Gruppe A sieht man ihre Ursprünge, das Schwert und den Schild des Komitee für Staatssicherheit (KGB). Nach den schrecklichen Ereignissen bei den olympischen Spielen 1972 in München hat der Vorsitzende des KGB Jurij Andropow zusammen mit dem Direktor der des siebten Direktorats des KGB General Aleksej Bestschastnyj im Jahre 1974 vorgeschlagen, eine Einheit zu gründen, welche im In- und Ausland Terroristen und Geiselnehmer bekämpfen sollte. Am Anfang hatte die strenggeheime Gruppe A nur 50 Mitglieder die aus den KGB-Reihen rekrutiert wurden, fit genug für die Anforderungen der Luftsturmtruppen waren und eine spezielle Ausbildung abgeschlossen haben und bestand wie auch GRU Speznas ausschliesslich aus Offizieren, von Leutnant bis Oberst. Die Ausbildung umfasste das Steuern von allen Typen von Kraftfahrzeugen, und das Bedienen aller Typen von Feuerwaffen, ausserdem Nahkampf, Sprengstoffkunde und vieles mehr. So verfügte die Gruppe A Spezialisten für Unterwasserkampf, Sprengstoffexperten, Bergsteiger, Scharfschützen, Verhandlungsexperten und Psychologen. Zum Zusammenbruch des UdSSR hat Gruppe A schon 500 Mann Stärke erreicht, und auch etwa zu dieser Zeit, als ihre Aktionen der Öffentlichkeit bekannter wurden, von der Presse den Namen “Alfa” erhalten. Ihre erste Feuertaufe hatte Alfa zusammen mit dem GRU Speznas bei dem Sturm des Amin-Palast in Afghanistan im Jahre 1979. Unter schwerem Beschuss haben die beiden Einheiten den Sturm erfolgreich abgeschlossen. Die Verluste betrugen nur 4 Mann, davon 2 von Alfa.
Die Liste ihrer Einsätze vor dem Zusammenbruch des UdSSR ist lang:
* 18.12.1981 in Sarapul, 2 bewaffnete Terroristen haben 25 Schüler als Geiseln genommen.
* 02.03.1982 in Moskau, ein Mann schmuggelte eine selbstgebastelte Bombe in die Botschaft der USA
* 18-19.11.1981 in Tiflis, eine Flugzeugentführung
* 20.09.1988 in Ufa, eine weitere Flugzeugentführung, diesmal von mehreren Soldaten der inneren Streitkräfte ausgeführt
* 10.05.1989 in Saratow, Geiselnahme in einer Untersuchungshaftanstalt
* 13.08.1990 in Suchumi, eine weitere Geiselnahme in einer Untersuchungshaftanstalt
* 12-13.01.1991 in Vilna, der Sturm des Rundfunkzentrums
Nach dem Zusammenbruch des Sowjetunion in 1991 begannen schwere Zeiten für Alfa. Bei dem Militärputsch in August 1991 weigerte sich die Gruppe bei dem Sturm des Parlamentgebäudes mitzumachen und Jelzin zu exekutieren. Danach wurde Alfa in GUO RF eingegliedert und leistete vor allem Präsidentenschutz. Auch 1993 weigert sich die Guppe wieder, als politisches Werkzeug eingesetzt zu werden und das Parlamentgebäude diesmal auf das Befehl von Jelzin zu stürmen, welches die Mitglieder des von Jelzin mal eben aufgelösten Parlaments besetzt hielten. Die Männder der Alfa haben lediglich die verwundeten aus dem Gefecht herausgeholt. Bei dieser Operation wurde ein Offizier von einem Scharfschützen getötet. Danach ist Alfa bei Jelzin in Ungdane gefallen, viele fähige Offiziere haben die Einheit verlassen und die Gruppe vergammelte als Gefängniswache. Die Einheit wurde danach praktisch dem FSB geschenkt. Viele Veteranen der Gruppe A verliessen die Einheit, gründeten eigene Sicherheitsdienste.
Mit dem Auftauchen der vielen Brennpunkte in Kaukasus und besonders in Tschetschenien hatte die Gruppe A wieder Arbeit. Am 17. Juni 1995 nahm eine extrem schwer bewaffnete Terroristengruppe von über 200 Mann unter der Führung von Schamil Bassaew in einem Krankenhaus in Budjonowsk über tausend Geiseln. Bei dem Sturm des Gebäudes hat Alfa 3 Offiziere verloren. Nach 2 erfolglosen Sturmversuchen mit über 100 Opfern entschloss sich Bassaw, 300 Geiseln zu verlassen und fing mit Verhandlungen an. In Oktober 1995 besetzte ein Terrorist in Moskau einen Bus mit südkoreanischen Touristen. Der Sturm, den Alfa meisterhaft ausgeführt hat, dauerte nur wenige Sekunden. Der Geiselnehmer wurde getötet, die Geiseln blieben unverletzt.
In 1998 hat der ehemalige FSB-Direktor und jetziger Präsident der russischen Föderation Wladimir Putin hat den Antiterrorzentrum des FSB gegrpndet, die beiden Einheiten Alfa und ihrer Schwestereinheit Wympel darin praktisch zusammengeführt und ein Teil von ihnen wegrationalisiert. Etwa ein Drittel der Offiziere mußten die Einheit verlassen, da Rußland kein Geld für die Unterhaltung solcher erstklassigen Spezialisten hatte.
Zur Zeit arbeitet Alfa ständig in Tschetschenien. Insgesamt hat die Gruppe A in den 28 Jahren seit ihrer Gründung 15 Offiziere verloren.
Die Tragödie von Nord-Ost
Am Abend des 23 Oktober 2002 besetzt eine Gruppe vom etwa 50 schwer bewaffneten und maskierten Terroristen unter der Führung von Mowsar Baraew das Gebäudes des Musicals Nord-Ost und nehmen an die 800 Geiseln – Zuschauer, Musiker, Schauspieler. Die Terroristen erlauben den Geiseln, noch kurz die Verwandten anzurufen, lassen dann alle Moslems, Georgier und Abchasier frei. Unter den Geiselnehmern sind auch mehrere Frauen. Unter den Geiseln befinden sich auch Kinder, ebenso drei Deutsche, drei Briten, zwei Niederländer und ein U.S.-Amerikaner. Die ersten Verhandlungsversuche scheitern schnell. Nach einigen Stunden und vielen Verhandlungen lassen die Geiselnehmer mehrere Kinder frei. Insgesamt werden 150 Geiseln freigelassen. Die Terroristen sammeln alle Mobiltelefone ein, die Trinkwasserknappheit macht den Geiseln immer stärker zu schaffen. Kurz darauf spazierte eine junge Frau trotz eindringlicher Warnungen in das Gebäude um mit den Geiselnehmern zu reden. Die Terroristen hielten sie für eine FSB-Beamtin und richteten sie hin. Später stellte sich heraus, dass die junge Frau sich mit ihrere Mutter zerstritten hat, welche sie mit den Worten “dass du nie mehr wiederkommst” verabschiedete, und sich im Austausch für einige Geiseln anbieten wollte.
Um 5.54 des 24 Oktober fordern die Terroristen den unverzüglichen Abzug der russischen Truppen aus Tschetschenien, drohen das Gebäude mit den Geiseln zu sprengen. Nach einigen Minuten eröffnen sie das Feuer, bringen so die Geiseln in Panik. Die Geiseln flehen die russische Regierung an, das Gebäude nicht zu stürmen. Nach weiteren zweieinhalb Stunden erschiessen die Tschetschenen einen Milizbeamten der sich zu nahe an den Eingang gewagt hat. Aus unerklärlichen Gründen findet eine Explosion statt. Am Mittag war es bereits klar, dass die Terroristen die Geiseln nicht freilassen würden, selbst wenn man ihre Forderungen erfüllt. Am Abend versuchen zwei Frauen aus dem Theater zu flüchten. Sie werden von den Terroristen mit Panzerfäusten beschossen.
Am nächsten Tag werden 19 Geiseln freigelassen. Das Fehlen von Nahrungsmitteln und Trinkwasser schwächen die Geiseln immer mehr. Sie verfassen ein Kollektivbrief an Präsident Putin, bitten ihn darin, auf die Forderungen der Tschetschenen einzugehen. am Abend stellen die Terroristen das Ultimatum: bis 6:00 Uhr werden ihre Forderungen erfüllt oder sie beginnen die Geiseln zu erschiessen.
Am frühen Morgen des 26 Oktober fangen die Terroristen an, die Geiseln zu erschiessen. Deswegen wird beschlossen, das Gebäude zu stürmen und die Geiseln gewaltsam zu befreien. Es wurde berichtet dass die Erstürmung um 3:00 beginnt. Als sie jedoch nicht folgte, entspannten sich die Terroristen wieder und um 6:20 wird ein stark narkotisches Gas in das Gebäude eingeleitet, um die Terroristen zu betäuben und sie zu hindern, die Sprengsätze zu zünden. Dann stürmt Alfa das Gebäude von Dach und aus der Kanalisation und tötet die schlafenden Bombenträgerinnen durch gezielte Schüsse in Schläfe und Genick. Die Terroristen, die sich in der zweiten Etage befanden, schliefen jedoch nicht und eröffneten das Feuer aus Sturmgewehren und Granatgeräten, wurden aber nach und nach von Alfa ausgeschaltet. Mehrere aufgeschreckte Geiselnehmer rannten zum Eingang, der unabgesprochen von SOBR blokiert wurde. Die überraschten Tschetschenen feuerten auf die Geiseln, zum Glück erfolglos. Schnell wurden alle Geiselnehmer getötet und die Männer von Alfa holten nach und nach die Geiseln raus und gaben ihnen das Gas-Gegenmittel, was eigentlich die Aufgabe der Katastrophenschutzbeamten war, welche jedoch sinnlos in der Gegend rumstanden. Nach drei Tagen ohne Wasser und Nahrungsmitteln waren die Geiseln sehr schwach und 116 starben leider an den Nachwirkungen vom Gas. Ohne dem Sturm jedoch hätte niemand überlebt.
Bei dem toten Terroristenanführer Baraew hat Alfa ihr Markenzeichen hinterlassen, eine Flasche von Hennessy Cognac.
